Immer wenn wir etwas essen ( Kohlenhydrate oder Eiweiß), wird durch unsere Verdauung Zucker ins Blut abgeben. Der Blutzuckerspiegel steigt also.
Darauf reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung des Hormons Insulin. Dieses wiederrum hat die Aufgabe die Glukose aus dem Blut hin zur „Verwendungsstätte“ zu schleusen.
Je nach Stoffwechsellage und anderen Faktoren reden wir hier von Muskeln, Fett oder Leber.

Sobald der Blutzucker wieder einen normalen Wert eingenommen hat, wird kein weiteres Insulin ausgeschüttet.
Das Ganze wiederholt sich nun mal sooft wie du etwas isst.

Was kann Insulin noch?
– Hemmt die Freisetzung von Fett
– Verstärkte Proteinsynthese (Aufbau von Eiweißstrukturen)
– eventuelle Fetteinlagerung

-> Wir sehen also, Insulin ist ein anaboles ( aufbauendes ) Hormon.
Was und in welchem Maße aufgebaut wird, hängt jedoch von vielen äußeren Umständen ab. ( Kalorienbilanz, Makro`s usw…)

Oftmals hört man jedoch, dass man ja aufpassen soll, nicht zu viel Insulin auszuschütten.
Doch ist das als Eisenfreund oder sonstiger Sportart verfallenen Athleten richtig?

Hier mal ein paar Fakten:

-Nicht nur Kohlenhydrate sind für die Ausschüttung von Insulin verantwortlich.
Eiweiß ist ebenfalls stark daran beteiligt. ( Vor Allem die Aminosäure Leucin – Teil der BCAA´s)

– Insulin scheint den Appetit zu unterdrücken
In einer Studie, in der die Teilnehmer morgens einen Eiweißshake trinken sollten, und danach die Kalorien beim Mittagessen gemessen wurden, konsumierten jene Teilnehmer MIT Eiweißshake deutlich weniger.

– Insulin ist nicht schuld an der Fetteinlagerung
Unser Körper ist auch durchaus in der Lage Fett bei geringem Insulinspiegel einzulagern
Schlussendlich zählt die Kalorienbilanz.

– Auch bei der von mir vertretenen High-Carb Ernährung kommt es zu keinen chronisch erhöhten Insulinspiegel bzw Diabetes-Gefahr (bei richtiger Dosierung!)
Es stimmt zwar, dass nach dem Konsum von Kohlenhydraten oder Eiweiß der Insulinspiegel steigt, aber dieser fällt wie oben beschrieben nach kurzer Zeit wieder ab.
Das Ganze auf einen gewissen Zeitraum betrachtet (zB einen Tag mit 24 Std), sieht grafisch wie eine Berg und Talfahrt aus.
Im „Talbereich“ – also wenn du nicht gerade gegessen hast, verbraucht dein Körper die Energie, im „Bergbereich“ lagert er sie ein.

Du wirst es dir denken können. Auch hier ist es wieder die Kalorienbilanz, welche Ausschlag gibt, ob dein Körper die meiste Zeit des Tages mit dem Einlagern oder Verbrauchen von Energie beschäftigt ist.

Fazit:
Wer Energie verbraucht, der muss auch Energie zuführen.
Somit sind nicht Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett oder Insulin schuld an einer Gewichtszunahme, sondern lediglich das Verhältnis von zugeführter zu verbrauchter Energie am Ende des Tages.
Leider sind es oft die stark verarbeiteten Produkte die ein kleines Volumen bei vielen Kalorien  mit sich bringen, weshalb vorschnell argumentiert wird, dass einzelne Stoffe die Übeltäter sind.

Tipp für alle Diätenden:
Wheyprotein verursacht die höchste Insulinausschüttung.
Ein Shake nach dem Training ist also auf jeden Fall ausreichend um Regenerationsprozesse einzuleiten.