Kaum ein Thema spaltet die Fitness Gemeinde mehr: Die eine Seite schwört darauf, die Andere meidet die künstliche Süße wie der Teufel das Weihwasser.
Doch wie sehen die aktuellen Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse aus?

Künstliche Süßstoffe liefern kaum bis gar keine Kalorien, und besitzen eine höhere Süßkraft als beispielsweise der normale Haushaltszucker.
Ein deutlicher Vorteil ist die riesige Menge an Kalorien die durch den Austausch eingespart wird.
Auch veranlassen sie bei menschlichem Konsum KEINE Insulinausschüttung. (Dies geschah nur im Mäuseexperiment)
– Daher findet man sie oft in Diabetiker Lebensmittel.

Man weist dem Kristallzucker einen Wert der Süßkraft von 100% als Referenzwert zu, um andere Zucker / Süßungsmittel besser vergleichen zu können.
Der Fruchtzucker (Fructose) hat 130%. Hier müsste man also rund 30% Menge an „normalem Zucker“ nehmen, um den gleichen Süßungsgrad des Lebensmittels zu erhalten.

Wichtig zu wissen, ist dass jeder Süßstoff vom Gesetzgeber zunächst zugelassen werden muss, bevor er auf den Markt gebracht wird.
Um diese Zulassung zu erhalten gilt es zwei Voraussetzungen zu erfüllen :
1) Der Stoff muss für den menschlichen Genuss als sicher eingestuft werden
2) Der Stoff muss dem Verbraucher Vorteile gewähren, die KEIN andere Stoff birgt.

Um das Wort „sicher“ anhand des bekanntesten Beispiels – Aspartam – zu erläutern :
Um eine spürbare Giftwirkung zu erfahren, müsste ein 60kg schwerer Mensch 2 Badewannen voll (ca 500Liter) eines ausschließlich mit Aspartam gesüßten Getränkes auf einmal zu sich nehmen.
Um selbst hier einen Riegel vorzuschieben, enthalten die meisten Getränke Gemische aus Süßungsmittel. Zum einen werden die eventuell möglichen Schäden reduziert (man braucht weniger von der einzelnen Substanz), zum anderen wird die Süßkraft erhöht.
Um auch das in Zahlen auszudrücken: 1,5 Liter Diät-Cola enthält ca. 1gr Aspartam
Unsere Testperson darf jedoch täglich fast 3Gr (ein Leben lang, jeden Tag!) zuführen, ohne jemals gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen!
– Wer von meinen Lesern trinkt über 4 Liter Softdrinks auf täglicher Basis?

Aktuelle Untersuchungen mit 2 Gruppen, wovon eine als Kontrollgruppe ganz normal aß und trank – die andere Gruppe tat das Selbe, mit dem Unterschied, dass Zucker durch Süßstoffe ersetzt wurde, bescheinigte der Süßstoffgruppe einen Gewichtsverlust von 1KG. Die Kontrollgruppe nahm sogar 1,6kg zu.
Weitere Studien ergaben, dass man mehr Kalorien zu sich nimmt wenn man während des Essens energiehaltige Getränke trinkt.
Die letzte zu erwähnende Studie weist sogar eine Unterstützung der Stabilisierung des Körpergewichts nach, da die Lust auf Süßes zumindest teilweise befriedigt werden kann, ohne zusätzliche Kalorien zuzuführen. Damit bewahrheitet sich also eher das Gegenteil der oft verbreiteten Meinung, dass Süßstoffe zu Heißhungerattacken und Übergewicht führen.

Unterm Strich hört sich diese Information vielleicht extrem verlockend an, ab jetzt nur noch Süßmittel zu konsumieren…aber halt:
Auch mit Süßungsmittel kann man für ein Kalorienüberschuss (und damit Fettzunahme) sorgen indem man zu viel des jeweiligen Lebensmittels isst.
Außerdem deuten interessante Studienansätze daraufhin, dass zu viel Süßstoff den Darmbakterien schaden könnte.

Als Fazit möchte ich nun den Tipp geben, Süßstoffe hin und wieder als eine Ersparnis von Kalorien zu verwenden, aber dies mit Köpfchen zu tun und somit keine Unmengen in sich hinein zu schaufeln. Meiner Meinung nach macht die Menge das Gift.
Ganz nebenbei bemerkt, gewöhnen sich unsere Geschmacksnerven mit der Zeit an alles.
Wer also immer extrem süßt, hat nach einer gewissen Zeit keinen erhöhten Genuss mehr im Vergleich zu dem, der immer bedacht süßt.